Letzte Woche saß ich mit meiner Tochter Mila an einem Strand südlich von Protaras – wir waren allein, die Sonne spiegelte sich im Wasser, und sie baute eine Sandburg ohne ständig über andere Kinder zu stolpern. Das ist der Moment, für den man nach Zypern fährt, nicht um sich in Fig Tree Bay zwischen hundert Liegen durchzuzwängen. Aber wie findest du diese Orte, wenn du nicht gerade zufällig vorbeifährst?
Das Problem ist bekannt: Protaras ist wunderschön, aber die guten Strände sind oft überlaufen, besonders in den Sommermonaten 2026. Familien mit kleineren Kindern brauchen aber genau das Gegenteil – Platz, weniger Lärm, und idealerweise einen Parkplatz, der nicht 500 Meter vom Strand entfernt ist. Ich habe die letzten Jahre systematisch die Gegend erkundet und stelle dir fünf Strände vor, die nicht in jedem Reiseführer stehen, aber genauso schön sind wie die bekannten.
Option A: Die südlichen Buchten (Konnos Beach bis Pernera)
Konnos Beach ist technisch nicht mehr ganz geheim, aber wer von der Hauptstraße kommt, verpasst ihn leicht. Fahr von Protaras Zentrum südlich auf der Hauptstraße (Leoforos Protaras) etwa 2 km, bis du rechts ein kleines Schild siehst – es ist unauffällig, leicht zu übersehen. Der Parkplatz liegt direkt oben, etwa 80 Stellplätze, kostenlos, meist nur zur Mittagszeit voll. Von dort sind es etwa 100 Meter Fußweg hinab, Treppen dabei, aber machbar mit kleineren Kindern.
Der Strand selbst ist eine Überraschung: feiner Sand, klares Wasser, und weil er etwas versteckt liegt, deutlich weniger Betrieb als Fig Tree Bay. Eine Familie mit zwei Kindern zahlt dort für Liegen und Schirm zusammen etwa 15–18 Euro pro Tag. Es gibt eine kleine Taverna direkt am Strand – Gyros kosten 6–7 Euro, Souvlaki 8–9 Euro, und die Portionen sind großzügig. Toiletten sind vorhanden, allerdings solltest du nicht erwarten, dass sie immer blitzsauber sind. Mit Kindern unter fünf Jahren: ideal, weil das Wasser flach abfällt und der Strand breit ist.
Etwa 1,5 km weiter südlich liegt Pernera Beach, ebenfalls mit eigenem Parkplatz (etwa 40 Plätze, kostenlos). Hier ist es noch ruhiger als in Konnos. Der Strand ist schmaler, aber der Grund ist sandig, und das Wasser ist kristallklar. Liegen und Schirm kosten hier etwa 12–14 Euro für zwei Liegen. Die Taverna ist etwas kleiner, aber die Qualität ist besser als in Konnos – ich habe dort einen Tintenfisch-Grill gegessen, der wirklich hervorragend war (14 Euro). Parkplatz finden ist hier fast garantiert, auch im Juli und August.
Option B: Die nördlichen Geheimtipps (Vrysoudia bis Ayia Triada)
Nördlich von Protaras, Richtung Ayia Napa, gibt es zwei Strände, die kaum jemand kennt, weil sie nicht direkt an der Hauptstraße liegen. Der erste ist Vrysoudia Beach. Von Protaras Zentrum fährst du etwa 3 km nördlich auf der Hauptstraße, dann biegst du links ab (Schild zu einem kleinen Hotel), und folgst der engen Straße etwa 800 Meter hinab. Der Parkplatz ist klein – etwa 20 Plätze – aber gerade deshalb ist der Strand nie überlaufen.
Vrysoudia ist mein Geheimtipp für Familien mit Kindern unter zehn Jahren. Das Wasser ist flach, der Sand ist fein, und es gibt praktisch nie Wellen. Im Sommer 2026 habe ich dort einen Nachmittag verbracht, und es waren vielleicht 15 andere Menschen am ganzen Strand. Liegen kosten etwa 10–12 Euro pro Liege, Schirm 3 Euro extra. Es gibt keine Taverna direkt am Strand, also bring deine eigenen Getränke und Snacks mit – das spart Geld und gibt dir Flexibilität. Toiletten sind vorhanden, Duschen auch.
Der zweite nördliche Geheimtipp ist Ayia Triada Beach, noch weiter nördlich, etwa 4 km von Protaras entfernt. Die Anfahrt ist ähnlich: Hauptstraße nördlich, dann links abbiegen (Schild zu einem Kloster), etwa 1 km auf einer engen, aber guten Straße. Der Parkplatz hat etwa 30 Plätze, kostenlos. Der Strand selbst ist klein, nur etwa 150 Meter breit, aber genau das macht ihn interessant – es ist wirklich ruhig, und die Bucht ist von Felsen umgeben, was einen natürlichen Windschutz bietet.
Hier gibt es eine kleine Taverna, die nur mittags geöffnet ist (12–15 Uhr). Die Preise sind fair: Souvlaki 7 Euro, Salatplatte 5 Euro, Wasser 1,50 Euro. Das Wasser ist so klar, dass du Fische sehen kannst, ohne zu schnorcheln. Für Kinder, die gerne Steine sammeln und Muscheln suchen, ist das ideal. Warnung: Im August kann es hier auch eng werden, aber immer noch deutlich weniger als in Fig Tree Bay.
Vergleichstabelle: Welcher Strand passt zu dir?
| Strand | Entfernung von Protaras | Parkplätze | Liegen/Schirm | Beste für | Ruhefaktor |
|---|---|---|---|---|---|
| Konnos Beach | 2 km | 80 (kostenlos) | 15–18 € | Familien mit Kleinkindern | ★★★★☆ |
| Pernera Beach | 3,5 km | 40 (kostenlos) | 12–14 € | Paare, kleine Familien | ★★★★★ |
| Vrysoudia Beach | 3 km | 20 (kostenlos) | 10–12 € | Kleine Kinder, Budget-Familien | ★★★★★ |
| Ayia Triada Beach | 4 km | 30 (kostenlos) | Keine Liegen | Schnorchler, Naturliebhaber | ★★★★★ |
Praktische Tipps zur Anfahrt und zum Parken
Alle diese Strände erreichst du mit dem Auto in 5–15 Minuten von Protaras Zentrum aus. Mietautos kosten etwa 25–35 Euro pro Tag bei lokalen Vermietern (deutlich günstiger als die großen Ketten). Benzin ist teuer – rechne mit etwa 1,50 Euro pro Liter – also tank auf, bevor du losfahrst.
Parkplätze sind überall kostenlos und unbewacht. Lass deine Wertsachen nicht im Auto liegen – nicht, weil es unsicher ist, sondern weil die Sonne dein Auto in einen Ofen verwandelt. Nimm einen Sonnenschutz mit, oder parke im Schatten (wo möglich). Die Straßen zu den nördlichen Stränden sind eng, aber gut befahrbar. Fahre langsam und rechne mit Gegenverkehr.
Beste Besuchszeiten: Mai bis Juni oder September bis Oktober. Im Juli und August ist es sehr heiß (über 35 Grad), und selbst die geheimen Strände füllen sich. Wenn du im Sommer fahren musst, geh früh – vor 10 Uhr – oder spät – nach 16 Uhr. Dann hast du die Strände fast für dich allein.
Was du mitbringen solltest
Sonnencreme – nicht verhandeln. Die Sonne in Zypern ist intensiv, und selbst an bewölkten Tagen bekommst du einen Sonnenbrand. Nimm einen hohen Lichtschutzfaktor mit (mindestens LSF 30, besser 50+). Kosten: etwa 8–12 Euro für eine gute Marke lokal.
Trinkwasser und Snacks. An den kleineren Stränden gibt es keine Taverna oder nur begrenzte Angebote. Eine 1,5-Liter-Flasche Wasser kostet im Supermarkt etwa 0,50 Euro, an der Taverna 2–3 Euro. Brötchen, Obst und Käse vom Supermarkt sind günstiger als Strandtaverna-Preise und geben dir Flexibilität.
Handtücher, Badeschuhe und ein Rucksack. Die Strände haben teilweise steinige Abschnitte, besonders Ayia Triada. Wasserschuhe (etwa 10–15 Euro) sind praktisch. Ein kleiner Rucksack (5–10 Euro, falls du keinen hast) hält deine Sachen zusammen.
Schnorchel-Set für ältere Kinder. Wenn deine Kinder älter als sechs Jahre sind und schwimmen können, lohnt sich ein einfaches Schnorchel-Set (etwa 15–20 Euro im Supermarkt). Das Wasser ist so klar, dass es echte Freude macht.
Empfehlung: Welcher Strand für deine Familie?
Wenn deine Kinder unter fünf Jahren alt sind und du einen stressfreien Tag willst: Vrysoudia Beach. Flaches Wasser, kaum Wellen, wenig Betrieb, günstiger als andere Strände. Bring dein eigenes Essen mit, spar dir die Taverna-Preise, und genieß die Ruhe.
Wenn du eine kleine Familie bist und Wert auf Qualität legst: Pernera Beach. Noch ruhiger als Konnos, bessere Taverna, und der Parkplatz ist klein genug, dass es nie überlaufen wird. Ideal für Paare oder Familien mit einem Kind.
Wenn du mit mehreren Kindern unterwegs bist und brauchst Infrastruktur: Konnos Beach. Genug Parkplätze, gute Taverna, und immer noch deutlich ruhiger als Fig Tree Bay. Der Kompromiss zwischen Ruhe und Komfort.
Wenn deine Kinder älter sind und du Abenteuer magst: Ayia Triada Beach. Schnorcheln, Felsen erkunden, Muscheln sammeln. Klein, natürlich, und wirklich geheim. Aber bring dein eigenes Essen mit.
Die Wahrheit ist: Alle vier Strände sind besser als die überlaufenen Alternativen, und du wirst nirgends bereuen, Zeit dort verbracht zu haben. Meine Familie und ich fahren jedes Jahr zu mindestens zwei davon, und jedes Mal entdecken wir etwas Neues. Das ist das Beste an Protaras – es gibt immer noch Ecken, die sich wie ein echtes Geheimnis anfühlen.
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